Studieren im Ausland – Großbritannien


Großbritannien: das sind Fish and Chips, raues Inselklima und Pubs – aber auch altehrwürdige Institutionen wie Oxford und Cambridge, die Studenten aus aller Welt anziehen. Doch die englische Universitätslandschaft hat noch viel mehr zu bieten! Hier kommt unser Studienguide:

1. Warum Großbritannien?

Zugegeben, kulinarisch kann der Inselstaat nicht locken, dafür gibt es einige andere Gründe, in England zu studieren. So sind die britischen Universitäten neben einigen nordamerikanischen die wohl angesehensten weltweit. Dies lockt Studenten aus aller Welt, was ein sehr internationales Arbeiten ermöglicht. Man wird in Großbritannien also bei weitem nicht nur mit der britischen Kultur konfrontiert. Ein nicht zu verachtender Minuspunkt sind die hohen Studiengebühren, die seit Herbst 2011 auf bis zu GBP 9.000 pro Jahr erhöht wurden. Dadurch wird zwar ein angenehmeres Arbeitsklima geschaffen – Stichwort überfüllter Hörsaal und zu wenige Dozenten. Eine solche Summe macht aber ein Stipendium quasi obligatorisch, weswegen diese immer schwerer zu bekommen sind.

2. Das Hochschulsystem

2.1 Der Aufbau

Wie nach der Bologna-Reform vorgeschrieben, kann man in GB sowohl Bachelor- als auch Master-Abschlüsse erwerben. Da die Briten allerdings statt dem ECTS- das CATS-System benutzen, müssen erworbene Punkte für Gaststudenten erst einmal wieder umgerechnet werden. Dabei können zwei CATS-Punkte ungefähr mit einem ECTS-Punkt gleichgesetzt werden. Der Bachelor erstreckt sich über drei Jahre, wogegen der Master lediglich ein Jahr in Anspruch nimmt. Dieser verkürzte Abschluss stellt i.d.R. aber kein Problem dar. Das Studium teilt sich im Gegensatz zu hiesigen Verhältnissen nicht in Semestern, sondern Trimestern auf. Dabei verläuft ein Trimester zwischen Oktober bis Juli, mit einem Autumn-Term (Okt.-Dez.), einem Spring-Term (Jan.-März) und einem Summer-Term (Apr.-Jul.). 

2.2 Hochschulformen

Der wohl größte Unterschied zu Deutschland besteht in den fehlenden Fachhochschulen. Dies wird durch ein recht differenziertes Angebot an theoretisch und praktisch orientierten Studiengängen kompensiert. Auch unter den Universitäten gibt es  unterschiedliche Arten, die sich folgendermaßen aufteilen:

ancient universities Die ältesten Hochschulen des Landes. Hierzu zählen selbstredend Oxford und Cambridge (auch unter ‚Oxbridge‘ zusammengefasst), Glasgow, St. Andrews und Aberdeen.
red-brick universities  Zur Zeit der Industrialisierung gegründete, mit den typischen Backsteinen gestaltete Hochschulen. Birmingham, Liverpool, Manchester, Leeds, Sheffield und Bristol lassen sich hier einordnen.
plate glass universities Auch hier ergibt sich der Name wieder aus der Architektur der Hochschulen. Beispiele sind die East Anglia, Essex, Kent, Lancaster, Sussex, Warwick, York und die Aston University. 
post 1992 universities Diese Hochschulen entstanden aus einem Zusammenschluss mehrer Institutionen. Sie orientieren sich an der praktischen Vermittlung und vergeben meist Abschlüsse, die etwas unter dem BA anzusiedeln sind.
colleges Kurse an colleges sind nicht mit solchen an einer Universität gleichzusetzen, weswegen sie auch nicht die gleiche Anerkennung bekommen. Durch Prüfung der absolvierten Kurse an einer englischen Universität können sie aber nachträglich anerkannt werden. 

Welche Uni am besten zu dir passt, kannst du bei whichuniversity herausfinden. Die bei englischen Universitäten beliebten Uni-Rankings können hilfreiche Anhaltspunkte geben, sollten aber nicht der ausschlaggebende Faktor für die Wahl einer Hochschule sein. 

2.5 Notenvergabe
Prozentsatz erreichter Punkte Bedeutung Entsprechende DEU Wertung
0-39% fail 5.0
40-44% pass 4.0
45-49% third-class 3.7
50-59% lower second-class 50% = 3.3, 53% = 3.0, 56% = 2.7
60-69% upper second-class 60% = 2.3, 63% = 2.0, 66% = 1.7
70 % first class 70% = 1.3, 76% = 1.0
2.6 Lehrformen

Gerade zu Beginn des Studiums sind die Veranstaltungen noch stark schulisch orientiert und vorgegeben. Passivität ist hier fehl am Platz. Späterhin wird vermehrt die Eigenständigkeit gefördert, jedoch sollte man sich auf Prüfungsformen einstellen, die sich sehr von den deutschen Verhältnissen unterscheiden. Generell gibt es aber auch hier eine Einteilung in Seminare und Vorlesungen. Sämtliche Lehrveranstaltungen werden natürlich in der Muttersprache Englisch gehalten. Daher verlangen die meisten Unis und Stipendien-Programme einen Nachweis über ausreichende Sprachkenntnisse, wie den IELTS oder TOEFL-Test. 

3. Stipendien und Bewerbung

3.1 Stipendien und andere Fördermöglichkeiten

Üblicherweise erhalten Studenten aus dem EU-Ausland die Möglichkeit eines Erasmus+-Stipendiums. Aufgrund der zähen Brexit-Verhandlungen können aber noch keine genauen Angaben zum Bestand der Vereinbarung gemacht werden. Weitere Fördermöglichkeiten gibt es über den DAAD, den Auslands-BAföG oder individuelle Förderungen. Neben dem Aufenthalt als regulärer oder Gast-Student, kann man den Auslandsaufenthalt auch als ‘Visit Student’ verbringen. Dafür musst du aber weiterhin an der deutschen ‘Heimatuni’ eingeschrieben sein. (Es kann also z.B. kein Urlaubssemester verwendet werden.) Die Voraussetzungen und Anforderungen hierfür sind von Uni zu Uni verschieden. 

3.2 Bewerbung um einen Studienplatz

Falls du ein übliches Bachelor-Studium in GB anstrebst, reicht i.d.R. das deutsche Abitur aus. Natürlich können je nach Studiengang noch zusätzliche Anforderungen gelten. Die Bewerbungen um einen BA-Studienplatz werden zentral in der UCAS verarbeitet. Anders als hierzulande ist ein Motivationsschreiben Standard. Die Bewerbungsfrist erstreckt sich von Mitte September des Vorjahres bis zum 15. Januar. Es gilt: First come, first served! – da Zulassungen nicht gebündelt nach Ende der Bewerbungsphase, sondern kontinuierlich vergeben werden. Bewerbungen für den Master gehen direkt an die Unis. Hier gibt es dementsprechend verschiedene Anforderungen, ein Durchschnitt von mindestens 2.3 im Bachelor ist aber meistens gefordert. Auch hier dürfen Motivationsschreiben und Lebenslauf nicht fehlen!

4. Finanzierung

Wie bereits gezeigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Studien- und Lebenshaltungskosten zu verringern. Da bei Letzterem der Mindestbetrag bei Rund GBP 10.500 monatlich liegt, ist das eine sinnvolle Ergänzung. Falls du über einen längeren Zeitraum in GB bleiben möchtest, sind die ‘maintenance grants’ eine günstige Alternative zu üblichen Stipendien. Sie können ab einem dreijährigen Aufenthalt im Land beantragt werden. Falls das gesamte Studium – oder zumindest der Bachelor – in GB absolviert werden soll, kann man einen ‘tuition fee loan’ ins Auge fassen, der von der Student Loan Company vergeben wird. Ähnlich eines BAföGs, muss man ihn nach Beendigen des Studiums ab einer bestimmten Gehaltsstufe zurückzahlen. Der Zinssatz der Rückzahlung orientiert sich an der Inflationsrate, die Einsparungen sind also in jedem Fall lohnend. 

5. Formalitäten und Einreise

Auch hier gilt wieder: solange die Brexit-Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, lässt sich Nichts eindeutig sagen. Im EU-Ausland ist bislang kein Reisepass nötig, dies könnte sich jedoch ändern. In jedem Fall brauchst du aber ein Visum für einen längeren Aufenthalt. Was dabei zu beachten ist, siehst du hier.

6. Alles auf einen Blick 

Studenten in GB ~ 2,4 mill.
Doktoranden in GB ~ 25.000
Anteil Studierender aus dem Ausland 17, 46%
Studiengebühren Bachelor:

  • England: bis zu GBP 9.000
  • Schottland: GBP 1.800
  • Nordirland & Wales: GBP ~3.500

Master: 

  • England: bis zu GBP 9.000
  • Schottland, Nordirland, Wales: Hochschulspezifisch
Lebenshaltungskosten  Diese Website zeigt detailliert wie viel Budget für Kost, Logis und Studiengebühren fällig werden.
Semesterzeiten Ende September/Anfang Oktober bis Juni, Juli 

  • in Trimester eingeteilt 
  • Manchester, Edinburgh, Leeds, Sheffield & Westminster rechnen nach Semestern 
Anerkennung
  • je nach Studiengang unterschiedlich
  • europäische Förderprogramme ermöglichen meistens einen festgelegten Anteil an anerkennbaren Kursen 
  • verkürzter Master kann im Staatsdienst oder der Promotion zum Problem werden, dies ist i.d.R. aber nicht der Fall  

7. Hilfreiche Websites

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  • : michaklootwijk - Fotolia.com

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