Promotion – Ja oder Nein?


Diese Frage stellt sich in der Regel erst während des Masterstudiums oder auf direktes Anfragen eines Professors. Ein solches Vorhaben will allerdings gut überlegt sein, da eine Menge Faktoren in die Sinnhaftigkeit einer Promotion einfließen und sie auch viele Anforderungen an den Schreiber stellt. In diesem Artikel geben wir dir sowohl interne als auch externe Faktoren an die Hand, die dir den Entscheidungsprozess erleichtern. 

Interne Faktoren 

Persönliche Voraussetzungen

Jeder, der bereits mit einem Doktoranden oder Promovierten gesprochen hat, wird wahrscheinlich ausführlich von den Strapazen dieser Art von wissenschaftlichem Arbeiten gehört haben. Daher ergeben sich einige Grundvoraussetzungen, die dir die Promotion wesentlich erleichtern, auf der anderen Seite aber auch ein Grund sein können, die Doktorarbeit abzubrechen. In der folgenden Tabelle findest du auf der linken Seite günstige Voraussetzungen für eine Promotion. Treffen mehrere Punkte aus der rechten Spalte auf dich zu, solltest du das Vorhaben noch einmal überdenken.  

  • Ich bin ehrgeizig.
  • Ich möchte lieber weiter im Studentendasein ‘rumdümpeln’ statt ins Berufsleben einzusteigen.
  • Ich habe Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten (auch im Team oder der Lehre).
  • Ein Doktortitel bringt mir viel Prestige ein. 
  • Schreibarbeit macht mir nichts aus.
  • Meine Eltern möchten gerne, dass ich Promoviere. / Viele meiner Kommilitonen promovieren, also mache ich es auch.
  • Ich kann gut unter Druck arbeiten.
  • Ich fürchte, dass ich nach dem Studium nicht direkt eine Arbeitsstelle bekomme, also überbrücke ich das Ganze mit einer Doktorarbeit.
  • Ich kann eigenverantwortlich und diszipliniert arbeiten.
  • Ich bin sprunghaft. Wenn mir etwas zu anstrengend wird, breche ich es ab. 
  • Ich knüpfe schnell neue Kontakte.
  • Ich habe eine bestimmte Vorstellung von dem Leben als Dozent, habe mich aber nicht wirklich informiert, ob es auch tatsächlich so ist.
  • Ich bin belastbar.
  • Ich möchte mich in meiner zukünftigen Firma nicht erst hocharbeiten müssen, sondern direkt in einer hohen Position einsteigen.
  • Ich kann meine Zeit gut managen.
  • Ich habe kein Zeitmanagement und erledige die Dinge, wenn es sein muss. 

In unserem Artikel zum Schreiben einer Doktorarbeit haben wir dir bereits die Anforderungen eines solchen Vorhabens gezeigt. Mache dich damit vertraut und sprich vor allem mit Dozenten die ein  ähnliches Forschungsgebiet haben oder idealerweise mit anderen Promovierenden, die gerade ihre Doktorarbeit in dem entsprechenden Bereich schreiben. Wäge Kosten und Nutzen sorgfältig ab, bevor du dich in die Suche nach einem geeignetem Stoff bzw. Doktoreltern stürzt.

Ansprüche an eine Doktorarbeit / das spätere Berufsleben

Hier sollte man nichts romantisieren! Ein Doktortitel kann besonders in kleineren Betrieben ein Ausschlusskriterium sein, da erwartete Mindestgehalt nicht getragen werden kann. Je nach Berufswahl kann man mit Titel auch überqualifiziert sein, was ebenso zur Absage führt. Allein des Geldes wegen, lohnt sich eine Promotion nur selten (siehe unten). Auch wer sich durch den Doktortitel das ‘hocharbeiten’ in der Firma sparen will, sollte nicht darauf bauen. Besonders im wirtschaftlichen Bereich zählen Praxiserfahrungen oft mehr. Sollte man noch einen Schritt weitergehen wollen und die Selbstständigkeit wählen, kann man sich durch eine Promotion nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Früher oder später zeigt sich durch die Ergebnisse, welche Kompetenz man besitzt. Die beste Entscheidung für eine Promotion ergibt  sich immer noch durch den Wunsch, ein Gebiet, das man während des Studiums kennengelernt hat, tiefergehend zu untersuchen.  

Grundsätzlich gilt: je näher der gewählte Beruf an der Forschung liegt, desto sinnvoller ist eine Promotion. Ein höheres Gehalt oder eine hohe Position garantiert der Titel nicht! Eine gewisse Prestigeträchtigkeit lässt sich aber nicht absprechen.

Externe Faktoren

In welchen Fachbereichen macht eine Doktorarbeit Sinn?

Im Folgenden haben wir die größten Wissenschaftsbereiche aufgelistet. Bei kombinierten Studiengängen o.ä. solltest du dich nochmals eingehender mit der späteren Berufswahl auseinandersetzen. 

  1. Geisteswissenschaften

In diesem Bereich lohnt sich der Titel nur wenn man eine akademische Laufbahn anstrebt.

  1. Kulturwissenschaften

Auch hier gilt – nur Akademiker benötigen die Promotion. 

  1. Lehramt

Statt der Promotion müssen sich angehende Lehrkräfte mit dem Referendariat auseinandersetzen. Da die Endnote und die Fächerkombination das entscheidende Kriterium bei der Stellenvergabe sind, macht ein Doktortitel im späteren Berufsleben wenig Sinn. 

  1. Jura

Juristen verdienen mit Doktortitel eindeutig mehr als ihre nicht-promovierten Kollegen. Das liegt aber vor allem daran dass sich zahlkräftige Kunden oft von dem Kürzel beeindrucken lassen und somit auch der Stundenlohn höher liegt.

  1. Wirtschaftswissenschaften

In der Wirtschaft lässt sich tatsächlich ein nicht geringer Prozentsatz an Gehalt herausschlagen. Wie sehr die Vergütung mit der Promotion steigt, siehst du in dieser Grafik.

  1. Naturwissenschaften

Naturwissenschaftler werden bereits während des Studiums merken, dass eine Promotion in den meisten Fällen dazugehört. Praktisch orientierte Berufsfelder machen hier die Ausnahme.

  1. Sozialwissenschaften

In diesem Bereich bringt die Promotion laut Statistik kein bedeutend höheres Gehalt oder eine hohe Stellung mit sich, weswegen man auch hier ruhigen Gewissens darauf verzichten kann. 

  1. Medizin

Dieser Studiengang stellt eine Besonderheit dar. Die Doktorarbeit gehört hier quasi zur Standardprozedur und nicht wenige angehende Mediziner beginnen bereits während des Studiums mit der Forschung zu einem relevanten Thema. Dieser Artikel bietet dir weitere hilfreiche Infos.

  1. Politikwissenschaften

Angehende Politiker können mit dem Kürzel allenfalls beeindrucken. Tendiert man eher zur Forschung, ist wiederum eine Promotion nötig. 

  1. Ingenieurwissenschaften 

Hier lohnt sich ein Doktortitel im Hinblick auf das weitaus höhere Gehalt. 

Die Betreuung der Doktorarbeit

Am wohl wichtigsten ist hier, dass die Chemie zwischen Doktorand und Doktoreltern stimmen muss. Da während eines relativ langen Zeitraums ein viel engeres Arbeitsverhältnis vorherrscht als während des Studiums, sollte man sich hier nicht von Oberflächlichkeiten beeinflussen lassen. Ein unvoreingenommenes Gespräch mit in Frage kommenden Professoren ist die Beste Art herauszufinden, ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Achte hier nicht nur auf Sympathie, sondern auch auf mögliche Zusatzarbeiten, die auf dich zukommen könnten. Hat ein Professor viele Artikel zu publizieren oder Vorträge vorzubereiten, wird dies auch gerne mal den Doktoranden überlassen. Stelle dich also im Vorfeld auf eine Menge Schreibarbeit ein. 

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