Englische Zeitformen richtig verwenden in wissenschaftlichen Arbeiten

Englische Zeitformen richtig verwenden in wissenschaftlichen Arbeiten


Die Verwendung der richtigen Zeitformen in einer wissenschaftlichen Arbeit ist für viele Studenten bereits auf Deutsch eine Wissenschaft für sich. Noch komplizierter wird es im Allgemeinen, wenn die Arbeit auf Englisch verfasst werden muss. Damit du in Zukunft keine Schwierigkeiten mehr bei der Wahl der richtigen Zeitform in einer englischen wissenschaftlichen Arbeit hast, haben wir die wichtigsten Regeln für dich zusammengestellt.

Allgemeines

Mit der von dir verwendeten Zeitform transportierst du zwei Arten von Informationen. Die erste Information ist der Zeitpunkt des Ereignisses, der in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft liegen kann. Die zweite Information betrifft die Frage, ob das Ereignis bereits abgeschlossen oder noch im Gange ist. Was vielleicht kompliziert klingt, ist in der Praxis ganz einfach. Wir wollen es dir mit einem kleinen Satzbeispiel verdeutlichen (bitte beachte, dass alle Beispiele in diesem Artikel fiktiv sind):

„How long were you at Hamburg University?“ – Durch die Verwendung des Präteritums (simple past tense) signalisiert du, dass die befragte Person ihr Studium an der Uni Hamburg bereits abgeschlossen hat.

„How long have you been at Hamburg University?“ – Durch die Verwendung der Vergangenheit (present perfect tense) zeigst du hingegen, dass die befragte Person gegenwärtig noch an der Uni Hamburg studiert.

Nach dieser kurzen allgemeinen Hintergrundinformation, solltest du zusätzlich wissen, dass die Verwendung der einzelnen Zeitformen in wissenschaftlichen Arbeiten von unterschiedlichen Faktoren abhängig sein kann, beispielsweise vom Kapitel oder auch der Intention einer Aussage. Wir wollen dir deshalb nachfolgend einen nach Kapiteln geordneten Überblick über die am häufigsten verwendeten Zeiten geben.

Zusammenfassung (Abstract)

Der sogenannte Abstract ist eine umfassende Zusammenfassung deiner wissenschaftlichen Arbeit, in der alle wesentlichen Punkte bzw. Ergebnisse deiner Arbeit stehen. Da es sich um eine Zusammenfassung handelt, sollte der Abstract im Präsens geschrieben sein, wenn du Ergebnisse darstellst oder Schlussfolgerungen ziehst und im Präteritum, wenn du Methoden beschreibst. Hier zwei Beispiele:

„This paper examines the repercussions of climate change on the intensity of hurricanes.“ (present tense)

„I analyzed weather data from the last 50 years.“ (past tense)

Einleitung (Introduction)

Die Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit enthält in der Regel Hintergrundinformationen, die als wissenschaftlich anerkannte Fakten gelten. Darüber hinaus erklärst du in deiner Einleitung, warum das Thema deiner Arbeit von Bedeutung ist. Diese Arten von Informationen werden auf Englisch im Präsens wiedergegeben. Hier zwei Beispiele:

„The formation of a hurricane is only possible when the water temperature exceeds 26.5 degrees Celsius.“

„The goal of this paper is to find out whether climate change does have an effect on the intensity of hurricanes.“

Des Weiteren enthält die Einleitung häufig Verweise auf Forschungsergebnisse aus der Vergangenheit. Wenn diese Forschungsergebnisse auch heute immer noch richtig und relevant sind, solltest du das Perfekt (present perfect tense) verwenden. Auch hierzu ein Beispiel:

„In 1997 Miller and Jones have discovered that the intensity of hurricanes is connected to the average water temperature of the Atlantic Ocean.“

Mit dem Perfekt kannst du übrigens auch die Neuheit bzw. Aktualität eines Ereignisses (z.B. Forschungsergebnisses) betonen. Diese Aktualität kann sowohl positiv sein (bspw. eine Bestätigung vorangegangener Forschungsergebnisse) oder negativ sein (bspw. eine Feststellung, dass die Datenlage nicht ausreichend ist für eine wissenschaftliche Beurteilung). Was sehr kompliziert klingt, wollen wir mit einem einfachen Beispiel verdeutlichen:

„A great deal of research has been conducted on precipitation and wind speeds, but few analyses have been carried out to examine the overall connection between global climate change and hurricane intensity.“

Mit diesem Satz signalisierst du, dass weitere Forschungstätigkeiten notwendig sind, um diese Fragen zu beantworten.

Methodenteil (Methods)

Im Methodenteil deiner Arbeit verwendest du normalerweise das Präteritum (simple past tense) um zu beschreiben, welche Forschung du betrieben hast. Sehr gebräuchlich ist in diesem Zusammenhang auch die Verwendung des Passivs. Hier ein Beispiel für einen typischen Satz aus dem Methodenteil:

„To analyze a possible connection between global warming and hurricane intensity, weather data from the last 50 years was correlated.“

Wenn ein Ereignis vor dem anderen stattgefunden hat, solltest du das Plusquamperfekt für das erste Ereignis und das Präteritum für das nachfolgende Ereignis verwenden. So ein Satz wäre wie folgt:

„The hurricanes that had been measured were subsequently evaluated by an international team of researchers.“

Wenn du hingegen bestimmte Punkte tabellarisch oder graphisch darstellt bzw. erklärst, dann verwende zur Beschreibung das Präsens. Hier zwei Beispiele:

„Table 1 above shows the annual number of hurricanes.“

„Chart 2 demonstrates the correlation between the average water temperature of the Atlantic Ocean and the average hurricane category.“

Ergebnisteil (Results)

Verwende das Präteritum um die Ergebnisse deiner Arbeit im Ergebnisteil darzustellen. Zwei Beispiele:

„Results indicated that rising global temperatures had a positive correlation with the intensity of hurricanes.“

„In years with an average water temperature in the Mid-Atlantic of above 28 degrees Celsius, more than three category 4 hurricanes occurred.“

Wie bereits im Methodenteil erwähnt, sollte auch im Ergebnisteil das Präsens zur Erläuterung von Tabelle und Graphiken verwendet werden.

Fazit (Discussion / Conclusion)

Im Fazit deiner Arbeit solltest du generell das Präsens verwenden, um die Bedeutung deiner Ergebnisse zu erklären. Hier ein Beispiel:

„The temperature increase across the Atlantic Ocean appears to have a positive effect on the number and intensity of hurricanes.“

Du kannst jedoch auch verschiedene Zeitformen miteinander kombinieren. Beispielsweise kannst du konkrete Forschungsergebnisse im Präteritum zusammenfassen und sie in der Folge im Präsens interpretieren. Darüber hinaus kannst du auch das Futur einsetzen, um eine Perspektive aufzuzeigen. Nachfolgend zwei Beispiele für das Mischen von Zeitformen:

„Water temperatures across the Mid-Atlantic did increase significantly, indicating that global warming has a large impact on the formation of hurricanes.“

„Altough the study found evidence of an increased intensity of hurricanes, from the data collected it was not possible to determine if the effects of manmade climate change are the primary cause of this phenomenon. Further studies are therefore necessary. The influence of temperatures on hurricane activity will be the object of my next research project.“

Zusammenfassung

Wir hoffen, dir mit diesem Blogartikel eine generelle Orientierung gegeben zu haben, in welchen Teilen deiner wissenschaftlichen Arbeit du welche Zeitformen einsetzen kannst. Bitte beachte, dass es sich dabei um Orientierungshilfen handelt. Jede wissenschaftliche Arbeit ist einzigartig und kann somit von diesen Leitlinien abweichen. Am Wichtigsten ist es deshalb, dass du vorab bestimmte Vorgaben seitens deines Betreuers an der Uni klärst.

Zu guter Letzt noch ein Link zu einer Seite mit weiteren interessanten Details in Bezug auf die korrekte Verwendung der Zeitformen in wissenschaftlichen Arbeiten:

American Journal Editors

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