Einen gelungenen Abstract schreiben


Was ist ein Abstract?

Neben Vorwort und Einleitung enthält die vollständige akademischen Arbeit einen dritten einleitenden Text – den Abstract. Im Gegensatz zum Vorwort ist er aber nicht optional. Ein Abstract fungiert als kurze Übersicht deiner Arbeit, der es Lesern ermöglicht, sich einen schnellen Eindruck über deine Forschung und die entsprechenden Ergebnisse zu verschaffen. Er repräsentiert also Fremden die Relevanz deiner Arbeit und kann auch für Recherchezwecke einfach herangezogen werden.

 

Wo ist der Abstract zu finden und wie sind die formalen Vorgaben?

Berufsbegleitendes Studium
Da es sich hier um Informationen handelt, die der Leser vorab bekommt, befindet sich der Abstract am Beginn deiner Arbeit, zwischen Vorwort und Inhaltsverzeichnis. Die Formalien, wie Schriftart, -größe, Zeilenabstand und Rand entsprechen dem Rest der Arbeit, oder, solltest du konkrete Angaben hierzu von deinem Betreuer erhalten, diesen. Allgemein lässt sich jedoch festhalten, dass dein Abstract nicht mehr als eine Seite beanspruchen sollte. Diese sollte in Einleitung, Hauptteil und Schluss untergliedert, sowie im Präsens oder Perfekt verfasst sein. Je nach deinem Forschungsbereich ist es auch angebracht, den Abstract in englischer Sprache unter den ursprünglichen Text beizufügen. Damit erreichst du auch ein internationales Publikum.

 

Worauf es grundlegend zu achten gilt:

Da es alle relevanten Informationen deiner Arbeit kurz wiedergeben soll, wird ein Abstract nach fertigstellen der restlichen Arbeit geschrieben. Im Gegensatz zum Vorwort ist nicht deine persönliche Meinung gefragt, sondern die reine Darstellung von wissenschaftlichen Fakten. Dabei wird sich im Gegensatz zu einer These nicht nur auf das Hauptargument bezogen, alle wichtigen Methoden und Ergebnisse (seien es positive oder negative) werden dargelegt. Der Ton eines Abstracts orientiert sich am Publikum. Ist deine Arbeit hauptsächlich für Personen „vom Fach“ geschrieben, die genügend Hintergrundwissen besitzen, so empfiehlt es sich, auch einen fachwissenschaftlichen Stil zu verwenden. Soll der Text auch für Laien verständlich sein, muss sich dein Schreibstil selbstredend dementsprechend anpassen. Wichtig ist es, in einem Abstract nicht einfach deine Arbeit zu zitieren oder geringfügig umzuschreiben. Versuche eine neue Herangehensweise und andere Formulierungen zu benutzen. Dabei sollten aber die wichtigsten Quellen deiner Arbeit zitiert werden, die deine Forschungsergebnisse untermauern bzw. kontrastieren. (Verwende unbedingt Quellen, die auch in der Arbeit angesprochen werden!)

 

Der Aufbau eines Abstracts:

Neben der Aufteilung in Einleitung, Haupt- und Schlussteil gibt es noch eine Reihe weiterer Angaben, die ein Abstract zwingend enthalten sollte, wir haben hier alle Absätze mit Leitfragen und den wichtigsten Schlagworten versehen:

  1.  Einleitung
    Enthält: Forschungskontext, Forschungsfrage, Forschungslücke;
    • Motivation (Warum hast du dich entschieden, diesen Forschungsgegenstand zu untersuchen?)
    • Vorgehensweise (Wie hast du die Forschung durchgeführt?)
    • Relevanz (Warum ist die Untersuchung für das Forschungsfeld wichtig?)
  2.  Hauptteil
    Enthält: Aufgestellte Hypothesen, Methoden, Untersuchungs- & Auswertungsverfahren, Ergebnisse;
    • Problemdarstellung (Welches Problem des Forschungsfelds wird bearbeitet?)
    • Aufgabenstellung (Falls die Arbeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie geschrieben wurde, welche Aufgabe stellt sie sich?)
    • Kernargument (Was ist die Hauptaussage / These deiner Arbeit?)
    • Weitere Forschungsarbeiten (Wenn du bereits in anderen Bereichen geforscht hast, wie lassen sie sich mit dem jetzigen Thema verknüpfen?)
    • Beweise (Welche Argumente anderer Autoren stützen deine Ergebnisse bzw. Thesen?)
    • Quellen (Im Bezug darauf sollten auch die wichtigsten zitierten Quellen deiner Arbeit eingebaut werden)
    • Ergebnisse allgemein (Welche Antworten wurden durch die Untersuchungen herausgefunden? Nenne hier die wichtigsten Ergebnisse im einzelnen!)
    • Ergebnisse diskutieren (Haben die Ergebnisse die Hypothesen bestätigt, widerlegt oder wurden keine eindeutigen Ergebnisse erzielt?)
  3. Schluss
    Enthält: Interpretation der Ergebnisse
    • Auswirkungen (Wie wirken sich die Ergebnisse deiner Forschung auf das Forschungsgebiet oder auch andere Bereiche aus?)
    Ein Beispiel für ein Abstract einer Bachelorarbeit findest du hier.

 

Tipps und No-Go’s:

  •  Versuche keine Akronyme oder Abkürzungen zu Verwenden, da sie dem Leser noch erklärt werden müssen, nehmen sie viel Platz in Anspruch.
  •  Füge in das Abstract zwischen 5 und 10 Schlagwörtern oder Phrasen ein, nach denen in der Online-Version in Suchmaschinen gesucht werden kann. Dies erhöht die Chance, dass deine Arbeit für Recherche benutzt und gelesen wird.
  •  Bei Kooperationen mit Institutionen, Arbeitsgruppen oder Studien müssen diese namentlich erwähnt werden!
  •  Tabellen, Aufzeichnungen, Anmerkungen und lange Zitate gehen zu sehr ins Detail, verbrauchen viel Platz und nehmen deiner Arbeit wichtige Dinge vorweg. Daher haben sie in einem Abstract nichts zu suchen!
  •  Vermeide auch umständliche Schachtelsätze oder Formulierungen, wie Passivsätze. Bei einem fachwissenschaftlichen Publikum sollten aber unbedingt wichtige Fachbegriffe durchgehend verwendet werden!
  •  Lasse deinen Abstract – ebenso wie den Rest deiner Arbeit – von einer oder mehreren Personen gegenlesen, zu denen in jedem Fall dein Betreuer gehören sollte.

 

Auf den Punkt gebracht:

Das Ziel eines guten Abstracts ist es, einen informativen aber nicht zu umfangreichen Überblick über deine Arbeit zu gewährleisten. Der Text steht für sich, d.h. er lässt sich verstehen, ohne bereits die Arbeit gelesen zu haben.

 

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Solltest du neben dieser Anleitung noch Probleme mit anderen Feinheiten, wie dem korrekten Zitieren, allgemeinen Formalitäten oder dem wissenschaftlichen Schreiben an sich haben, können wir dir dieses Buch empfehlen.

 

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